Roadtrip in die Schweiz

Jetzt nach den Sommerferien werden die Straßen auch am Wochenende wieder frei. Dies lädt zu spontanen Roadtrips ein, bei denen es viele tolle Ziele zu entdecken gibt. Eines dieser sagenhaften Reiseziele ist die Schweiz mit ihren unzähligen Bergstraßen.

Das Autofahren in der Schweiz

Das Fahren in der Schweiz unterscheidet sich nicht wesentlich vom Fahren in einem anderen europäischen Land. Die Schweiz ist klein und 7,8 Mio. Menschen bewegen sich hier auf begrenztem Raum, sodass vor allem in Agglomerationen, Städten und auf Autobahnen häufig Staus auftreten. Zu schnelles Fahren ist in der Schweiz keine Option. Dies wird bereits den Fahranfängern von ihrem Fahrlehrer verdeutlicht – Ausländer lernen es durch hohe Bußgelder.

Städte wurden gebaut, bevor das Autofahren dazu kam. Daher können die Straßen in einigen Gemeinden der Schweiz sehr eng sein und das Parken ist begrenzt. Es kann verwirrend werden, wenn Du mit dem Ort nicht vertraut bist. Um das Fahren in der Stadt zu vermeiden, bietet sich das sogenannte P&R (Park and Ride) System an. Dies ermöglicht das meist gebührenfreie Parken am Stadtrand mit direktem Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln.

Insgesamt sind die Straßenverhältnisse ausgezeichnet und die Schweiz gehört zu den Ländern mit den wenigsten Unfällen. Aber das Fahren in den Alpen kann eine große Herausforderung sein. Es geht die ganze Zeit auf und ab und um teils enge Kurven. Straßenabschnitte können einspurig sein und nicht alle Straßen in einer alpinen Umgebung besitzen einen festen Straßenbelag. Vielleicht solltest Du es Dir zweimal überlegen, bevor Du in der Schweiz fährst, Sicherheit hat Priorität. Das öffentliche Verkehrssystem ist hervorragend und bringt Dich in fast jede Ecke.

Autofahren in der Schweiz

Gibt es Mautstraßen?

Neben den eigentlichen Fähigkeiten des Fahrens lernen Fahrschüler beim Autofahren lernen in Bern gleich die Besonderheiten beim Befahren der Nationalstraßen. Hier erklärt der Fahrlehrer aus der Stadt Bern, dass die Autobahn/Autostrada/Autoroute, in der Schweiz auch Nationalstraßen genannt, nur mit einer gültigen „Autobahnvignette“ gestattet ist. Dies ist eine jährliche Gebühr, die von jedem bezahlt wird, der die Autobahnen benutzt. Diese Gebühr ist auch fällig, wenn es nur für ein paar Stunden an einem einzigen Wochenende ist. Die Vignette kostet CHF 40. Solange Du nur auf Nebenstraßen und in Städten unterwegs bist, benötigst Du die Vignette nicht.

Die Vignette kann an Gas- und Raststätten auf Hauptstraßen in die Schweiz (grenznah), in Postämtern in Deutschland, in europäischen Automobilklubs, direkt an der Grenze oder online beim Reisezentrum Schweiz erworben werden.

Vergiss nicht, die Autobahnvignette auf die Innenseite Deiner Windschutzscheibe zu kleben, sonst riskierst Du eine Geldstrafe, auch wenn Du den Aufkleber bei Dir hast. Motorradfahrer kleben die Vignette auf einen nicht abnehmbaren Teil ihres Motorrads. Wenn Du die Vignette nicht benutzt, gibt es keine Rückerstattung. Die Vignette ist nicht übertragbar.

Beim Durchfahren des Grossen Sankt Bernhard-Tunnels (von Martigny im Kanton Wallis nach Aosta in Italien) wird eine zusätzliche Mautgebühr erhoben.

Was sind die Geschwindigkeitsbegrenzungen in der Schweiz?

Geschwindigkeitsbegrenzungen werden konsequent umgesetzt. So finden regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen statt und auch Radarfallen sind häufig. Du musst Geldstrafen für Geschwindigkeitsübertretungen oder andere Verkehrsdelikte direkt vor Ort bezahlen. Alle uniformierten Polizisten können eine Verkehrsüberwachung durchführen und sind berechtigt, vor Ort Bußgelder zu verhängen.

Die Geschwindigkeitsbegrenzungen sind:

  • Wohngebiete: 30 km/h und 20 km/h
  • Wohnstraßen: 50 km/h
  • Landstraßen: 80 km/h
  • Autobahn: 120 km/h
  • Wohnmobile mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen und Lastwagen mit Anhänger: 80 km/h

Was sind die Grundregeln für das Fahren in der Schweiz?

Schnalle Dich immer an, der Sicherheitsgurt ist vorne und hinten obligatorisch.

Fahre nicht in Flip-Flops oder barfuß. Es ist nicht verboten, aber es könnte teuer werden, wenn Du einen Unfall verursachst, weil Du keine richtigen Schuhe trägst.

Die Fahrzeugbeleuchtung ist zu jeder Zeit, auch tagsüber, vorgeschrieben.

Grundregeln:

  • Auf Nebenstraßen hat der Verkehr von rechts Vorfahrt, es sei denn, ein Vorfahrtsschild sagt etwas anderes.
  • Öffentliche Verkehrsmittel (Postautos, Stadtbusse, Straßenbahnen, Züge, Krankenwagen, Polizei und Feuerwehr) haben Vorfahrt.
  • Um Umweltbelastungen zu vermeiden, musst Du den Motor an Bahnübergängen und Ampeln abstellen. Aus dem gleichen Grund ist es nicht erlaubt, das Auto vor der Fahrt „aufzuwärmen“.
  • Schmale Bergstraßen: Wer bergauf fährt, hat Vorfahrt. Postautos, Polizei, Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge haben immer Vorfahrt, egal woher sie kommen.

Fahren im Kreisverkehr

Es gibt kaum ein Land mit mehr Kreisverkehr als in der Schweiz. Der von links kommende Fahrer (bereits im Kreisverkehr) hat Vorfahrt. Achte beim Spurwechsel in zweispurigen Kreisverkehren besonders auf den Verkehr nach rechts, wenn Du den Kreisverkehr verlässt. Achte auch auf die Fahrradfahrer zu Deiner Rechten. Benutze den Blinker, wenn Du den Kreisverkehr verlässt.

Sonstige Besonderheiten beim Fahren in der Schweiz

Beachte stets, dass Fußgänger in Städten und Dörfern, in denen es keine Ampeln gibt, das absolute Vorfahrtsrecht haben. In Wohngebieten mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h haben Fußgänger immer Vorfahrt.

Die Schweiz ist ein Bauernland. Wenn Du in ländlichen Gebieten unterwegs bist, können landwirtschaftliche Fahrzeuge den Verkehr verlangsamen. Ebenso können Herden von Kühen, Ziegen und Schafen ländliche Landstraßen blockieren. Sei also bereit, ein paar Minuten warten zu müssen.

Helme werden für alle motorisierten Zweiräder, für Dreiräder (Trikes) und Quads benötigt.

Wenn Du einen Hund hast und diesen mit zu einem Roadtrip in die Schweiz nehmen willst, dann ist dieser während der Fahrt zu sichern. Hierzu eignen sich eine Box oder ein Gitter die verhindern, dass der Fahrer während der Fahrt gestört werden kann.

Viel Spaß bei Deinem Kurzurlaub in der Schweiz. Welches Ziel hast Du? Wir freuen uns auf die Antwort in den Kommentaren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.